| Veranstaltung: | Ordentliche Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen am 25.04.2026 in Chemnitz |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5.2 Wahl der Delegation zum Bundeskongress der Jusos (9 Plätze) |
| Antragsteller*in: | Collin René Köhler |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 21.04.2026, 23:51 |
BuKo4: Collin René Köhler
Selbstvorstellung
Liebe Genoss*innen, liebe Delegierte,
ich bewerbe mich für die Bundesdelegation.
Persönliche Infos
Ich bin 18 Jahre alt, komme aus dem ländlichen Raum in Sachsen, bin Schüler im Abiturprozess, Juso, Feminist und demokratischer Sozialist. Und ich bin jemand, der sich nicht aus theoretischem Interesse, sondern aus Überzeugungen und Erfahrungen her politisch engagiert.
Bei den Jusos bin ich nun seit fast 4 Jahren aktiv. Hierbei habe ich mein Engagement zunächst vor Ort eingebracht. Ob es sich um die Organisation von Veranstaltungen, Leitung von Infoständen, Wahlkampf oder die stetige Unterstützung bei allen möglichen Aufgaben handelt, ich bin immer aktiv dabei.
Seit kürzerer Zeit engagiere ich mich in der SPD und auch in der Landesebene. So war ich bereits 2024 in dem Landesausschuss. Was die SPD angeht, leite ich eine Arbeitsgruppe der SPD Meißen zum Thema Jugend, Bildung und Soziales. Diese Gruppe erarbeitet Themenschwerpunkte für ein neues Grundsatzprogramm.
Daher bringe ich Erfahrung mit, sowohl inhaltlich als auch programmatisch zu arbeiten.
Mein Engagement geht jedoch über die Jusos und SPD darüber hinaus. So war ich von 2023 bis 2024 Schüler*innensprecher an meinem Gymnasium. Hier waren Themen wie Gleichberechtigung, Toleranz, Diversität und Empowerment der Hauptfokus meiner Zeit als Schüler*innenvertreter. So habe ich dafür gesorgt, dass Arbeitsgruppen zu Themen, wie kostenlose Periodenartikel an der Schule, Safespaces für Queere Menschen und der Zivilcourageförderung gegründet wurden und aktiv ihre Forderungen und Ergebnisse eingebracht haben. Darüber hinaus habe ich aktiv die Mitwirkung von Schüler*innen über Workshops und Schüler*innenratsreformen gefördert und ausgebaut.
Außerdem bin ich im Jugendstadtrat Meißen aktiv. Hier unterstütze ich mit den anderen Mitgliedern gemeinnützige Jugendprojekte mit finanziellen Mitteln. Sonst bin ich diversen Arbeitsgruppen aktiv, welche Veranstaltungen organisieren oder junge Perspektiven in kommunalpolitische Fragen einfließen lassen.
Hierzu engagiere ich mich seit diesem Jahr in dem Forum Junge Perspektiven, der Kinder- und Jugendbeauftragten des Freistaates. Dieses Forum ist ein Beratungsgremium für die Landesregierung, das Parlament und die Ministerien. Da bin ich aktiv bei Themen, wie die Radikalisierung von Jugendlichen, die bildungspolitische Zuarbeit für den Landesschüler*innenrat, Verbesserung der Situation von Kindern von inhaftierten und Awareness dabei.
Ziele und Punkte für die Bundesdelegation
Meine Ziele für die Bundesdelegation lassen sich in 4 Punkte zusammenfassen:
Parteikritik – Linkswende der SPD
Die SPD steuert in die politische Rechte. Zu wenige Personen in der SPD nutzen das mediale Potenzial der Partei, um auf einen Kurswechsel zu plädieren. Die SPD leitet auch keine öffentlichen Diskurse mehr. Damit verlieren wir langfristig die Narrative, die Unterstützung, das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung. Ein großer Anteil des Erfolges von uns Jusos hängt von dem Auftreten der Partei und dessen Wahrnehmung in der Bevölkerung ab. Wenn wir verhindern möchten, dass rechte Parteien an Unterstützung gewinnen, dann müssen wir als Jusos die Linkswende der SPD organisieren.
Soziale Gerechtigkeit
Armut ist kein individuelles Versagen. Wer im Sozialstaat lebt, darf nicht entwürdigt werden. Teilzeit, Grundsicherung und soziale Unterstützung sind für viele Menschen keine Lifestyle-Entscheidung, sondern Überlebensrealität. Eine progressive Sozialpolitik muss Sicherheit geben. Als Betroffener kenne ich die Sanktionspolitik. Fördern und Fordern bringt den Menschen nichts, welche um ihr würdevolles Überleben kämpfen. Die Lasten in den Sozialsystemen liegen nicht in den finanziellen Räumen. Sie liegen bei den Menschen, die Leistungen beziehen. Darüber hinaus stellt die Sozialversicherung den Mindestlebensstandart dar, welcher von der Menschenwürde abgedeckt wird. Die Sozialversicherung zu senken heißt, die Betroffenen in eine würdelose Armut zu treiben. Es braucht keine Sparpolitik bei denen, die nichts haben. Es braucht Spar- und Steuerpolitik bei denen, die schon mehr als genug haben. Dies wäre kein Raub, sondern die Erhöhung der Lebensqualität für alle Menschen in Deutschland.
Junge Perspektiven
Ich weiß, wie es ist, sich politisch allein zu fühlen. Junge Perspektiven werden systematisch unterdrückt. Besonders in ländlichen Räumen ist dies der Fall. Gerade deshalb brauchen wir starke Stimmen aus dem ländlichen Raum in der Bundesdelegation. Damit wir mehr als nur ein Symbol senden. Damit wir Veränderung anstoßen. Darüber hinaus wurden politische Debatten zu oft ohne die Jugend geführt. Themen, wie die Wehrpflicht und Rente sind nur wenige Beispiele. Hierbei werden die Debatten auf Kosten der Jugend geführt. Diese Rechnung ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch nicht nachhaltig. Sie schaden der Jugend und den Generationen nach uns. Daher braucht es eine generationengerechte und nachhaltige Macht- und Ressourcenverteilung.
Feminismus
Wenn über Repräsentation geredet wird, darf unser feministischer Anspruch nicht fehlen. Die Gesellschaft ist es FINTA*-Personen schuldig, ihnen endlich ihre Stimme anzuerkennen. Dies wird gerade umso wichtiger. Gewalt gegen FINTA*-Personen ist kein Randproblem, sondern strukturelle Realität. Ich will, dass unser feministischer Anspruch nicht nur verteidigt, sondern ausgebaut wird. Dazu braucht es einen konsequenten Opferschutz, Prävention und echte Gleichstellungspolitik. Hierbei zählt auch die konsequente Aufarbeitung von Awarenessfällen. Dabei wäre es entwürdigend dies als Symbolpolitik zu denken. Feminismus muss als Konsequenz des entmenschlichenden Geschlechterkonfliktes und die Antwort der modernen Gesellschaft verstanden werden. Wenn wir das Patriachat als Gesellschaftsform überwinden möchten, müssen wir striktere Forderungen und Konsequenzen aufstellen.
Schlussplädoyer
Die Jusos haben mir gezeigt: Jede Person ist jemand. Politik lebt davon, dass wir uns gegenseitig stärken. Und genau dieses solidarische Verständnis möchte ich in die Bundesdelegation tragen.
Mit diesen Worten, Allerta und vielen Dank.
- Alter:
- 18
- Geschlecht:
- männlich
- Tätigkeit:
- Abiturient
