| Veranstaltung: | Ordentliche Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen am 25.04.2026 in Chemnitz |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5.1.4 Wahl der stellv. Landesvorsitzenden |
| Antragsteller*in: | Hannah Lilly Lehmann |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.04.2026, 14:02 |
StV5: Hannah Lilly Lehmann
Selbstvorstellung
Liebe Genoss:innen,
die letzten Jahre waren anstrengend. Und es gibt wenig Anlass zu glauben, dass die kommenden automatisch leichter werden. Aber genau daraus darf kein Rückzug folgen, sondern die Frage, wie wir uns organisieren, damit wir nicht abstumpfen. Mir gibt dabei Hoffnung, dass ich weiß, ich stehe in diesem Landesverband nicht alleine, sondern kämpfe mit euch gemeinsam darum, in diesem Bundesland eine positive Zukunft zu gestalten.
Unsere politische Realität ist: Wir machen Politik in einem Bundesland, in dem eine AfD mit Aussichten auf eine Sperrminorität im Landtag keine abstrakte Gefahr mehr ist. Diese Realität zwingt uns zur Ehrlichkeit: Es reicht nicht mehr, einfach „dagegen“ zu sein.
Ich kandidiere als stellvertretende Landesvorsitzende, weil ich mit euch einen Landesverband gestalten will, der nicht auf bessere Zeiten wartet, sondern sie erkämpft.
Antifa heißt Organisieren
Wir müssen als Jusos Teil einer lebendigen antifaschistischen Infrastruktur sein – nicht nur in den großen Städten, sondern überall. Dafür will ich unsere Bündnisarbeit weiter stärken.
Die Erzählung, man müsse die AfD nur lange genug „entzaubern“, damit sie verschwindet, hat sich erwartbar als Trugschluss erwiesen. Rechte Strukturen wachsen nicht im luftleeren Raum. Sie werden dort stark, wo soziale Sicherheiten bröckeln, wo Kommunen kaputtgespart werden, wo Menschen das Gefühl haben, dass Politik sie nicht mehr erreicht. Der Rückzug des Staates aus Daseinsvorsorge und öffentlicher Infrastruktur ist kein Nebenschauplatz – er ist ein Einfallstor für autoritäre und rechte Narrative.
Deshalb müssen wir Verteilungsgerechtigkeit noch offensiver ins Zentrum stellen. Wer über Faschismus spricht, ohne über Armut, Ungleichheit und soziale Kälte zu reden, macht es sich zu einfach.
Dass wir als Jusos genau hier handlungsfähig sind, haben wir in den letzten Jahren bewiesen. Diese Arbeit will ich mit euch weiterentwickeln. Denn Antifa bleibt Handarbeit – aber sie ist eben auch Strukturarbeit.
Ohne Gegenangebot gewinnen wir nicht
Politik muss wieder ansprechbar und vor allem glaubwürdig sein – das bedeutet auch Selbstkritik. Die SPD hat sich in den letzten Jahren zu oft von Lebensrealitäten entfernt, statt konkrete Antworten auf sie zu geben. Als Jusos haben wir uns mit genau diesen Fragen auseinandergesetzt – etwa auf unserem Strategiekongress in Leipzig.
Viele Menschen kennen die Gegenargumente längst, trotzdem bleibt das Gefühl, dass sich nichts verändert. Genau hier liegt unser Problem: Misstrauen gegenüber Politik ist nicht einfach ein Kommunikationsfehler. Es ist ein Ergebnis von Erfahrungen.
Dieses Misstrauen müssen wir adressieren. Wir brauchen politische Narrative, die tragen – und eine konkrete Vorstellung davon, wie eine bessere Zukunft aussieht. Nicht nur abstrakt - greifbar.
Mit unserer Kampagne „Morgen gehört uns“ haben wir gezeigt, dass genau das möglich ist: ansprechbar sein, zuhören, organisieren. Es reicht nicht, rechte Narrative nur zu widerlegen – wir müssen eigene Erzählungen setzen, die stärker sind als das, was wir bekämpfen.
Feminismus muss Praxis sein
Wir Jusos verstehen uns als feministischer Jugendverband. Aber dieser Anspruch wird nicht immer eingelöst. Er muss sich inhaltlich, organisatorisch und praktisch in unserer gesamten Verbandsarbeit widerspiegeln.
Ein zentraler Bestandteil ist dabei die politische Bildungsarbeit. Diese ist entscheidend dafür, politische Zusammenhänge zu verstehen, zu analysieren und in praktische Politik zu übersetzen.
Ich möchte deshalb die feministische Bildungsarbeit im Landesverband stärken und ihr wieder mehr Raum geben. Dazu gehört sowohl die Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen als auch deren Übertragung in politische Praxis.
Worte zu mir
Ich bin Hannah, 21 Jahre alt, studiere Jura in Leipzig und bin seit 2023 bei den Jusos aktiv.
Aktuell bin ich Co-Vorsitzende der Jusos Leipzig, Beisitzerin bei den SPD Frauen Leipzig und stellvertretende Vorsitzende meines Ortsvereins. Politisch sozialisiert wurde ich in der Schüler:innenvertretung und im Jugendparlament Leipzig. Zudem engagiere ich mich beim Projekt "Jugend debattiert” und in verschiedenen antifaschistischen und feministischen Bündnissen.
Außerdem bin ich Mitglied bei den Falken, bei ver.di, der Roten Hilfe und der DL21.
Bei Fragen zu meiner Kandidatur meldet euch gerne: hannah.lilly.lehmann@jusos-leipzig.de.
Freundschaft
- Alter:
- 21
- Geschlecht:
- weiblich
- Tätigkeit:
- Studentin
