| Veranstaltung: | Ordentliche Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen am 25.04.2026 in Chemnitz |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 5.1.4 Wahl der stellv. Landesvorsitzenden |
| Antragsteller*in: | Sinaida Kirindasov |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 24.04.2026, 19:38 |
StV10: Sinaida Kirindasov
Selbstvorstellung
Liebe Genoss:innen,
seit September 2022 bin ich bei den Jusos Dresden aktiv. Für mich war schnell klar: Politik ist nicht nur etwas, das man kommentiert oder beobachtet – Politik bedeutet Verantwortung zu übernehmen und Gesellschaft aktiv zu verändern. Genau deshalb kandidiere ich für den Landesvorstand der Jusos Sachsen.
Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, dass wir als Jusos die Aufgabe haben, die Sozialdemokratie mutiger, gerechter und konsequenter zu machen. Gerade in einer Zeit, in der rechte Kräfte stärker werden, soziale Ungleichheit wächst und viele Menschen das Vertrauen in politische Institutionen verlieren, braucht es eine klare linke Stimme innerhalb der SPD.
Meine politischen Schwerpunkte liegen vor allem im Feminismus, in sozialer Gerechtigkeit sowie im Antifaschismus und Antirassismus.
Feminismus bedeutet für mich nicht nur Gleichstellung auf dem Papier, sondern echte gesellschaftliche Veränderung. Es geht darum, Machtverhältnisse zu hinterfragen, patriarchale Strukturen sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, in denen Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Hintergrund gleiche Chancen haben. Feministische Politik ist für mich keine Nische, sondern ein Grundprinzip gerechter Politik.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner politischen Arbeit ist soziale Gerechtigkeit. Gemeinsam mit anderen Jusos haben wir schon vor Längerem einen Antrag in Umlauf gebracht, der soziale Patenschaften für Kinder aus finanziell benachteiligten Familien ermöglichen soll. Es darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, ob ein Kind Zugang zu Unterstützung, Freizeitangeboten, Bildung oder gesellschaftlicher Teilhabe hat. Gerade als Sozialdemokrat:innen müssen wir dafür kämpfen, dass Chancen gerechter verteilt werden.
Außerdem engagiere ich mich antifaschistisch und antirassistisch – nicht nur in Debatten, sondern ganz konkret auf der Straße. Ich bin aktiv im Bündnis Dresden Nazifrei beziehungsweise Dresden Widersetzen, das jährlich die großen Gegenproteste gegen Naziaufmärsche in Dresden organisiert. Für mich gehört antifaschistische Arbeit untrennbar zu linker Politik. Gerade in Sachsen erleben wir immer wieder, wie wichtig klare Haltung gegen rechte Ideologien, Menschenfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus ist.
Darüber hinaus bin ich ehrenamtlich für die SPD im Jugendhilfeausschuss der Stadt Dresden aktiv. Dort setze ich mich unter anderem für faire Löhne und bessere Bedingungen für Beschäftigte im sozialen Bereich ein. Wer tagtäglich mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeitet, verdient Anerkennung – und diese Anerkennung muss sich auch materiell ausdrücken.
Politisch geprägt hat mich außerdem meine Familie. Meine Oma war schon immer in der SPD aktiv. Ich trete damit gewissermaßen in ihre Fußstapfen – aber nicht aus Nostalgie, sondern aus Überzeugung. Die Idee einer solidarischen Gesellschaft, die Menschen schützt und stärkt, ist für mich kein abstraktes Parteiprogramm, sondern etwas, das ich von klein auf erlebt habe.
Ich glaube, dass die SPD wieder mutiger werden muss. In den vergangenen Jahren hat sie häufig versucht, niemanden zu sehr zu irritieren – und dabei oft vergessen, wofür sie eigentlich steht. Die neueren sozialpolitischen Ansätze von Lars Klingbeil finde ich deshalb spannend: die stärkere Besteuerung hoher Vermögen und großer Erbschaften, die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen sowie die Idee einer staatlich unterstützten Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbaren Wohnraum zeigen, dass sozialdemokratische Politik wieder stärker über Umverteilung, öffentliche Verantwortung und soziale Sicherheit sprechen kann.
Ich möchte im Landesvorstand daran mitarbeiten, dass die Jusos Sachsen laut, unbequem und solidarisch bleiben. Wir müssen Druck machen – innerhalb der Partei, aber auch gesellschaftlich. Wir müssen Debatten anstoßen, Positionen vertreten und deutlich machen: Sozialdemokratie darf nicht verwalten, sondern muss verändern.
Ich freue mich über euer Vertrauen und eure Unterstützung.
Solidarische Grüße
Eure Sina
- Alter:
- 29
- Geschlecht:
- weiblich
- Tätigkeit:
- Psychologin
