| Veranstaltung: | Ordentliche Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen am 25.04.2026 in Chemnitz |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.C Chancengleichheit, Bildung & Ausbildung |
| Antragsteller*in: | Jusos Mittelsachsen (dort beschlossen am: 25.03.2026) |
| Status: | Abgelehnt |
| Eingereicht: | 25.03.2026, 20:04 |
C3: Duales Lehramtsstudium nach dem Vorbild Thüringens
Einleitung und ggf. Weiterleitung
Die Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen möge beschließen und an den Landesparteitag der SPD Sachsen weiterleiten:
Antragstext
Die SPD-Landtagsfraktion und die SPD-Regierungsmitglieder werden aufgefordert,
sich für die Einführung eines dualen Lehramtsstudiums in Sachsen einzusetzen.
Als Vorbild dient hierbei das Modell aus Thüringen, welches Theorie und Praxis
von Beginn an eng verzahnt und Studierende finanziell absichert. Das Modell soll
zunächst als Pilotprojekt für Mangelfächer und Bedarfsregionen (insb.
Oberschulen, Sonderschulen und Grundschulen im ländlichen Raum) gestartet
werden.
Begründung
1. Bruch mit dem „Praxisschock“ durch frühe Immersion
Das aktuelle sächsische Lehramtsstudium ist geprägt von einer jahrelangen Theoriephase, die nur durch kurze Blockpraktika unterbrochen wird. Das führt dazu, dass viele Studierende erst im Referendariat – also nach fünf Jahren Studium – feststellen, dass sie den Belastungen des Schulalltags nicht gewachsen sind oder das Berufsfeld nicht zu ihnen passt.
Der duale Vorteil: Durch die Anbindung an eine Ausbildungsschule ab dem ersten Semester erleben Studierende die Schule als lebendiges System. Sie lernen Unterrichtsvorbereitung, Elternarbeit und Klassenleitung nicht nur aus Lehrbüchern, sondern durch kontinuierliches Mentoring vor Ort. Das steigert die Berufseignung und senkt die Abbruchquoten massiv.
2. Finanzielle Unabhängigkeit als Klassenkampf im Hörsaal
Das Lehramtsstudium in Sachsen ist zeitaufwendig und lässt kaum Raum für Nebenjobs. BAföG-Sätze reichen oft nicht aus, um die steigenden Mieten in Leipzig oder Dresden zu decken.
Der duale Vorteil: Eine Vergütung nach TV-L (in Thüringen angelehnt an das Thüringer Besoldungsgesetz für Anwärter) macht das Studium zu einer echten Alternative für Arbeiter:innenkinder und Menschen im zweiten Bildungsweg.
Die Forderung: Wer im Auftrag des Freistaates lernt und bereits in der Schule mitarbeitet, leistet einen gesellschaftlichen Beitrag, der entlohnt werden muss. Ein Gehalt von Beginn an schafft echte Chancengleichheit und macht das Lehramt wettbewerbsfähig gegenüber dualen Studiengängen in der Wirtschaft oder bei der Polizei.
3. Fachkräftesicherung durch regionale Bindung
Sachsen kämpft vor allem mit dem Mangel in den ländlichen Regionen (Bedarfsbereiche). Das aktuelle System "lockt" junge Menschen in die Großstädte, von wo sie nur schwer wieder wegziehen.
Der duale Vorteil: Ein duales Studium ermöglicht es, Studierende gezielt an Schulen im ländlichen Raum auszubilden. Wenn ein junger Mensch aus dem Erzgebirge oder der Oberlausitz dort dual studieren kann, bleibt die soziale Anbindung erhalten. Das Land sichert sich so die Fachkräfte von morgen dort, wo sie heute fehlen – ohne Zwang, sondern durch attraktive Angebote vor Ort.
Regionale Bindung: Die Studierenden können zwischen nach Bedarf ausgewählten Schulen auswählen, verpflichten sich aber dafür auf eine gewisse Zeit an der Schule nach der Ausbildung.
4. Vorbild Thüringen: Ein Modell für die Oberschule
In Thüringen wurde das duale Studium speziell für das Regelschullehramt (Oberschule) konzipiert, da hier der Mangel am größten ist. Sachsen sollte diesen Weg für die Oberschule, Sonderschule und das Grundschullehramt adaptieren.
Strukturvorschlag nach dem Vorbild Thüringens (nicht verpflichtend, nur Beispiel wie es aussehen könnte):
3 Tage Universität: Wissenschaftliche Ausbildung auf hohem Niveau.
2 Tage Schule: Praktische Ausbildung, Hospitation und angeleiteter Unterricht.
Vorlesungsfreie Zeit: Fokus auf Blockseminare oder Projektarbeit in der Schule.
Änderungsanträge
- Ä1 (Jusos Leipzig (dort beschlossen am: 22.04.2026), Eingereicht)
