| Veranstaltung: | Ordentliche Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen am 25.04.2026 in Chemnitz |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.C Chancengleichheit, Bildung & Ausbildung |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | LDK |
| Beschlossen am: | 25.04.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Freiwilligendienste Verbessern - Freie Fahrt für Freiwillige!!!
Einleitung und ggf. Weiterleitung
Die Jusos Sachsen mögen beschließen, und über den Landesparteitag der SPD Sachsen mit dem Ziel der SPD Landtagsfraktion weiterleiten.
Beschlusstext
In Sachsen engagieren sich derzeit mehr als 5.000 Freiwillige in
unterschiedlichen Einsatzstellen und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag
für unsere Gesellschaft. Ob in sozialen Einrichtungen, im kulturellen Bereich,
im Sport, in der Bildung oder im ökologischen Bereich – Freiwilligendienste
stellen eine tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts dar.
Gleichzeitig bieten sie jungen Menschen eine bedeutende Möglichkeit, Einblicke
in die Arbeitswelt zu gewinnen, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich
beruflich wie persönlich zu orientieren. Ein Freiwilligendienst ist für viele
ein wichtiger Schritt auf dem Weg ins Erwachsenenleben.
Trotz der hohen gesellschaftlichen Bedeutung sind die finanziellen
Rahmenbedingungen für Freiwillige jedoch unzureichend. Das derzeit gezahlte
Taschengeld ist für eine reguläre Arbeitswoche sehr niedrig und reicht in vielen
Fällen nicht aus, um grundlegende Lebenshaltungskosten zu decken. Besonders
problematisch ist dies für junge Menschen aus sozial schwächeren Haushalten. Für
sie stellt ein Freiwilligendienst oftmals eine finanzielle Belastung dar, sodass
nicht alle gleichermaßen Zugang zu dieser wichtigen Orientierungs- und
Bildungserfahrung haben. Zusätzlich kürzt der Freistaat seit Jahren im Bereich
der Freiwilligendienste, trotz ihrer hohen gesellschaftlichen Bedeutung. Dadurch
wird soziale Ungleichheit verstärkt, anstatt Chancengleichheit zu fördern.
Hinzu kommt, dass insbesondere im ländlichen Raum Mobilität eine entscheidende
Rolle spielt. Viele Einsatzstellen sind schwer erreichbar und meist nur mit dem
Auto. Und auch das Bildungsticket, welches in Sachsen eine kostengünstige
Möglichkeit darstellt, ist zum einen auf den Tarifverbund begrenzt. Zum anderen
ist es in Städten mit schlechter ÖPNV-Anbindung keine Verbesserung der
Lebenssituation. Die dafür anfallenden Kosten stellen eine zusätzliche Hürde dar
und können dazu führen, dass ein Freiwilligendienst aus finanziellen Gründen
nicht angetreten oder fortgeführt wird. Vor diesem Hintergrund wird gefordert,
die Rahmenbedingungen für Freiwillige in Sachsen deutlich zu verbessern. Wir
fordern:
- Erhöhung des Taschengeldes mit Orientierung an der Mindestausbildungsvergütung
- Kostenloses Deutschlandticket für alle Freiwilligen sowie Kilometerpauschalen,
um auch Mobilität außerhalb von Großstädten zu gewährleisten.
- bedarfsgerechter finanzieller Ausgleich ( für Personen die aus finanzielle
schwächeren Haushalten kommen)
- Förderung und Ausbau statt Kürzungen im Bereich der Freiwilligendienste
