| Veranstaltung: | Ordentliche Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen am 25.04.2026 in Chemnitz |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.I Inneres, Jusitz & Verbraucher*innenschutz |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | LDK |
| Beschlossen am: | 25.04.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Prävention und Aufarbeitung jetzt!
Einleitung und ggf. Weiterleitung
Die Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen möge beschließen:
Beschlusstext
Die deutsche Polizei schlägt immer wieder über ihre gesetzlichen
Rahmenbedingungen hinaus und verstößt gegen ihren Auftrag zum Dienst für die
Öffentlichkeit. Das reicht von obrigkeitsstaatlicher Attitüde gegenüber
Bürger*innen, verdrehter öffentlicher Darstellung von Tatsachen, offensichtlich
ungerechtfertigter Überwachung, verbaler und körperlicher Gewalt bis hin zum
Tod.
Rechtswidriges Verhalten in Uniform bleibt für die Täter noch zu oft folgenlos,
die Politik tatenlos und für die Öffentlichkeit unbemerkt. Betroffen sind
Journalist*innen, Demonstrant*innen oder Fußballfans, aber auch völlig
Unbeteiligte, die einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Die Politik muss daher Maßnahmen zur Ahndung und zur Prävention von
polizeilichem Fehlverhalten und Polizeigewalt treffen. Das ist kein Ausdruck
eines „Generalverdachts“, sondern die nötige demokratische Grundlage für die
Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols.
Gleichzeitig sind selbst die Beamten, die sich um eine rechtsstaatlich
einwandfreie Ausübung ihres Berufes bemühen, viel zu oft völlig überlastet und
werden nicht adäquat unterstützt. Hier muss der Staat als Arbeitgeber
nachbessern.
Die Jusos Dresden setzten sich dafür ein, entsprechende Maßnahmen
mitzugestalten.
Diese Maßnahmen können beinhalten:
- die Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen mit eigener
Ermittlungskompetenz. Diese dürfen nicht bei der Polizei oder dem
Innenministerien angesiedelt sein, sondern bei den Parlamenten oder
anderen wirklich unabhängigen Stellen
- die weitere Reform der Polizeiausbildung. Dabei müssen der demokratische
Charakter des Polizeidienstes, Grundrechte, politische Bildung, das
Verhältnis der Beamten zu den Bürger*innen und interkulturelle Kompetenz
einen zentralen Stellenwert einnehmen. Wer diese Aspekte nicht sichtbar
meistert, sollte nicht in den Polizeidienst übernommen zu werden.
Eventuelle Personalengpässe dürfen dabei keine Rolle spielen.
- Verpflichtende und regelmäßige Fortbildungen zu diesen Problematiken
- mehr und bessere Maßnahmen zur Stressbewältigung für Polizeikräfte (z.B.
Nachbereitung von Einsätzen mit Psycholog*innen, bessere
Personalverteilung und Aufgabenverlagerung)
- die Neugestaltung von Kooperationsgesprächen im Vorfeld von und der
Auswertung nach größeren Polizeieinsätzen. Hier soll die Öffentlichkeit,
u.a. in Form von Anmelder*innen, Journalist*innen und interessierten
Bürger*innen angemessen beteiligt werden. Insbesondere sollen bei der
Auswertung auch kritische Aspekte des Polizeieinsatzes angemessen
beleuchtet werden und und die Polizei nicht einseitig mit ihrer Deutung zu
Wort kommen.
- Angebote an die Zivilgesellschaft zur Förderung des Wissens über die
eigenen Rechte bei einem Polizeieinsatz.
