| Veranstaltung: | Ordentliche Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen am 25.04.2026 in Chemnitz |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.A Leitantrag |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | LDK |
| Beschlossen am: | 25.04.2026 |
| Antragshistorie: | Version 4 |
Unserem Morgenrot entgegen – Arbeitsprogramm 2026-28
Einleitung und ggf. Weiterleitung
Die Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen möge beschließen:
Beschlusstext
“Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken!”
Dieser Ausspruch Rosa Luxemburgs beschreibt treffend die Welt, für deren
Verbesserung wir jeden Tag kämpfen. Doch der menschenverachtende Griff der
Autoritären, der Faschist*innen, der Kapitalist*innen wird enger und enger. Sie
wollen uns glauben machen, Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit seien
Versprechungen einer alten Zeit.
Wir müssen uns dagegen wehren, diese Zeit und ihre ständig wachsenden
Belastungen zur neuen Normalität zu verklären. Diese Realität ist alltäglich für
die, die nicht zum reichsten Prozent unserer Gesellschaft gehören. Besonders
aber für alle Menschen, die aufgrund von Marginalisierungen bereits (mehrfach)
belastet sind. Wer in dieser Zeit auf die SPD in der Bundesregierung hofft,
bleibt bitter enttäuscht. Zwar gibt sie viel für den Erhalt des Status Quo, doch
nie genug und Fortschritt ist meist vergebens gesucht. Wir Jusos Sachsen wissen:
Für eine Rettung der Sozialdemokratie dürfen wir nicht auf die Bundesregierung
hoffen.
In Sachsen ist die SPD seit Dezember 2024 Teil einer Minderheitskoalition mit
der CDU. Diese Konstellation verhindert zwar den direkten Einfluss der AfD auf
Landesebene, doch sie macht auch deutlich, wie defensiv sozialdemokratische
Politik derzeit agiert. Als SPD sind wir zu oft nur Brandlöscher im politischen
Betrieb und zu selten sichtbare Kraft für gesellschaftliche Veränderung. Gerade
deshalb müssen wir uns wieder ein klares politisches Standing aufbauen, auch und
insbesondere abseits des Landtags.
Das alles stellt uns als Jugendverband in Sachsen vor große Herausforderungen.
Wir führen den Kampf gegen den Rechtsruck und seine fortschreitende
Normalisierung überall: Auf den Straßen, in Bündnissen, aber auch innerhalb der
SPD. Unsere Verantwortung ist groß. Doch auch wir Jusos Sachsen blicken auf
strukturelle Aufgaben, die wir zu meistern haben. Wir schrumpfen stetig – in
erster Linie, weil uns wesentlich mehr Genoss*innen über die Bioklippe
verlassen, als neu dazukommen. Daneben sehen wir nach wie vor, dass insbesondere
unsere ländlichen Unterbezirke um wenige Aktive ringen. Dies zu adressieren,
wird lebensentscheidend für die Zukunft unseres Jugendverbandes.
Aber genauso klar ist: Uns Jusos Sachsen zeichnet aus, dass wir nicht davor
zurückschrecken, die großen Probleme direkt zu adressieren. Wir sind
entschlossen, keine Gegend den Rechten zu überlassen. Wir setzen uns auf die
Straße, wo Nazis marschieren wollen. Wir werden laut, wenn die SPD ihren eigenen
Ansprüchen zuwider handelt. Wir wissen, wo wir hinwollen. Und wir wissen auch,
immer wenn es darauf ankommt, dann ist auf unsere Genoss*innen zu zählen.
Unser Kurs ist klar: Das gute Leben für alle. Unserem Morgenrot entgegen.
Unser Verband
Die Jusos Sachsen sind ein sozialistischer, feministischer,
internationalistischer, antirassistischer und antifaschistischer Jugendverband.
Auf diesen Grundwerten fußt unsere jede Arbeit.
Unsere Antwort auf die Widersprüche des Kapitalismus ist der demokratische
Sozialismus. Die kapitalistische Wirtschaftsweise basiert darauf, dass eine
kleine Minderheit über Eigentum an Produktionsmitteln verfügt und sich den von
der Mehrheit erarbeiteten gesellschaftlichen Reichtum aneignet. Der grundlegende
Konflikt unserer Gesellschaftsordnung ist der Widerspruch zwischen Kapital und
Arbeit.
Diese Machtverhältnisse prägen unsere Gesellschaft. Während wenige über große
Vermögen, Unternehmen und Infrastruktur verfügen, sind die meisten Menschen
darauf angewiesen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Das führt zu wachsender
sozialer Ungleichheit und untergräbt demokratische Teilhabe. Denn
wirtschaftliche Macht wird immer auch zu politischer Macht.
Als Jungsozialist*innen wollen wir diese Verhältnisse nicht nur kritisieren,
sondern überwinden. Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der die Produktion und
Verteilung von gesellschaftlichem Reichtum demokratisch organisiert werden und
zentrale Bereiche der Wirtschaft nicht dem Profitinteresse weniger, sondern dem
Gemeinwohl dienen.
Demokratischer Sozialismus bedeutet für uns deshalb, die wirtschaftliche Macht
des Einzelnen zu begrenzen, gesellschaftliche Schlüsselbereiche zu
vergesellschaften und demokratische Kontrolle über Produktion, Infrastruktur und
Daseinsvorsorge auszubauen.
Wir wollen nicht nur das Brot, sondern die ganze Bäckerei: eine Gesellschaft der
Freien und Gleichen.
Feminismus ist für uns als Jungsozialist*innen ein zentraler Bestandteil unseres
politischen Selbstverständnisses. Patriarchale Machtstrukturen prägen unsere
Gesellschaft bis heute: Frauen, inter, nicht-binäre, trans* und agender Personen
(FINTA*) sind von struktureller Diskriminierung, Ausbeutung, Gewalt und
ökonomischer Benachteiligung betroffen.
Diese Ungleichheiten sind kein Zufall, sondern eng mit den bestehenden
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen verbunden.
Kapitalismus und Patriarchat stabilisieren sich gegenseitig. Besonders deutlich
wird das in der ungleichen Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Noch
immer leisten FINTA*-Personen den größten Teil der Care-Arbeit. Häufig
unsichtbar, schlecht bezahlt oder gar unbezahlt.
Dies setzt sich bis in die Rente fort. Wer Kinder gebärt, erzieht oder
Sorgeverantwortung übernimmt, ist besonders von Armut bedroht und betroffen.
Auch Vermögen, was im Osten bereits eine Rarität ist, wird vor allem von Männern
gehalten. Diese systematische Abwertung reproduktiver Arbeit ist eine zentrale
Grundlage des kapitalistischen Patriarchats.
Als Jungsozialist*innen kämpfen wir deshalb für einen sozialistischen
Feminismus. Für uns gilt: Kein Feminismus ohne Sozialismus und kein Sozialismus
ohne Feminismus. Die Überwindung patriarchaler Unterdrückung ist nur möglich,
wenn wir auch die ökonomischen Grundlagen von Ungleichheit angreifen und die
gesellschaftlichen Machtverhältnisse verändern.
Dabei ist uns bewusst, dass Diskriminierung unterschiedliche Formen annehmen
kann und sich gegenseitig verstärkt. Sexismus wirkt häufig zusammen mit anderen
Unterdrückungsverhältnissen wie Rassismus, Klassismus oder Ableismus. Eine
feministische Politik muss diese Zusammenhänge in den Blick nehmen und
solidarische Kämpfe gegen alle Formen von Diskriminierung führen.
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Geschlecht nicht mehr über
Lebensrealitäten entscheidet und in der Menschen frei von patriarchalen Zwängen
leben können. Dafür kämpfen wir gegen geschlechtsspezifische Gewalt, für die
Vergesellschaftung von Care-Arbeit und für die Überwindung der patriarchalen und
kapitalistischen Machtverhältnisse, die diese Ungleichheiten hervorbringen.
Als Jungsozialist*innen verstehen wir unseren politischen Kampf als
international. Die Ausbeutung von Menschen und die Konzentration von Reichtum
sind kein national begrenztes Problem, sondern Teil eines globalen
kapitalistischen Systems. Deshalb können auch die Kämpfe für soziale
Gerechtigkeit, Demokratie und Emanzipation nicht an nationalen Grenzen enden.
Internationale Solidarität ist für uns ein zentraler Bestandteil sozialistischer
Politik. Die Interessen der Arbeiter*innen und Unterdrückten stehen weltweit den
Interessen großer Konzerne, autoritärer Regime und nationalistischer Bewegungen
gegenüber. Unser Anspruch ist es, an der Seite all jener zu stehen, die für das
Gute Leben für Alle kämpfen.
Globale Ungleichheit ist kein Naturzustand, sondern Ergebnis historischer und
bis heute fortwirkender Ausbeutungs- und Abhängigkeitsverhältnisse. Der
Wohlstand im globalen Norden basiert weiterhin auf Strukturen, die Menschen im
globalen Süden systematisch benachteiligen. Während hier Reichtum konzentriert
ist, tragen viele Gesellschaften im globalen Süden die sozialen und ökologischen
Kosten, von Armut bis zu den Folgen der Klimakrise. Internationale Politik muss
deshalb diese neokolonialen Machtverhältnisse aktiv überwinden und globale
Gerechtigkeit durchsetzen.
Für uns bedeutet Internationalismus deshalb, solidarische Bündnisse über Grenzen
hinweg aufzubauen und uns gegen Kapitalismus, Rassismus und autoritäre Politik
zu stellen. Unser Ziel ist eine Welt, in der alle Menschen gleiche Rechte und
gleiche Lebensmöglichkeiten haben.
Antirassismus ist für uns als Jungsozialist*innen ein zentraler Bestandteil
unseres politischen Selbstverständnisses. Rassismus ist tief in
gesellschaftlichen Strukturen verankert. Menschen werden aufgrund
zugeschriebener Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Kultur diskriminiert und
systematisch benachteiligt.
Rassismus erfüllt dabei auch eine politische und ökonomische Funktion. Er
spaltet die Gesellschaft, legitimiert Ungleichheit und dient immer wieder dazu,
soziale Konflikte zu verschieben. Statt die Ursachen sozialer Ungleichheit in
den bestehenden Macht- und Eigentumsverhältnissen zu suchen, werden Menschen
gegeneinander ausgespielt. Rassistische Narrative richten sich dabei häufig
gegen Migrant*innen und Geflüchtete und werden von rechten Kräften gezielt
genutzt, um gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen. Als Jungsozialist*innen
stellen wir uns diesen Entwicklungen entschieden entgegen. Wir kämpfen gegen
jede Form von Rassismus, ob im Alltag, in staatlichen Institutionen oder in
politischen Debatten.
Dabei ist uns bewusst, dass rassistische Strukturen auch in unserem Verband
wirken. Gerade diejenigen von uns, die nicht selbst von Rassismus betroffen
sind, tragen eine besondere Verantwortung, diese Strukturen zu reflektieren und
abzubauen.
Rassistische Diskriminierung wirkt häufig mit anderen Formen von Unterdrückung
zusammen, etwa mit Klassismus oder Sexismus. Eine antirassistische Politik muss
deshalb solidarische Kämpfe gegen alle Formen von Diskriminierung verbinden.
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der Herkunft, Hautfarbe oder Religion
keinen Einfluss auf die Lebensmöglichkeiten von Menschen haben und in der alle
Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Antifaschismus ist für uns als Jungsozialist*innen nicht nur historische
Verantwortung, sondern einer unserer wichtigsten politischen Aufträge in der
Gegenwart. Faschistische und rechtsradikale Ideologien bedrohen Demokratie,
Menschenrechte und die Grundlagen einer solidarischen Gesellschaft. Noch
unmittelbarer ist die Bedrohung für unsere Genoss*innen und Verbündete vor Ort,
die sich dem Rechtsruck mit seinen vielen Facetten entgegenstellen.
Faschismus entsteht nicht im luftleeren Raum. Er ist Ausdruck gesellschaftlicher
Krisen und wird immer wieder von Kräften genutzt, die bestehende
Machtverhältnisse sichern wollen. Rechte Bewegungen versuchen, soziale
Unsicherheit und politische Unzufriedenheit in Hass, Ausgrenzung und autoritäre
Politik zu übersetzen. Dabei richten sich ihre Angriffe besonders gegen FINTA*,
migrantisierte Menschen, Jüdinnen und Juden, queere Menschen, politische
Gegner*innen und alle, die nicht in ihr Weltbild passen.
Der Kampf gegen den Faschismus ist für uns untrennbar mit dem Kampf gegen
soziale Ungleichheit, Rassismus und patriarchale Machtverhältnisse verbunden.
Eine Gesellschaft, die Menschen ausgrenzt und soziale Spaltungen vertieft,
schafft den Nährboden für autoritäre Politik. Unser Ziel ist deshalb eine
demokratische und solidarische Gesellschaft, in der faschistische Ideologien
keinen Platz haben. ¡No pasarán!
Zentrale Projekte
In den kommenden zwei Jahren konzentriert sich unsere Arbeit darauf, unsere
strategischen Ziele praktisch umzusetzen, den Verband weiterzuentwickeln und uns
politisch auf das Superwahljahr 2029 vorzubereiten.
Der Landesvorstand trifft politische und organisatorische Entscheidungen im
Sinne des Verbandes zu treffen. Die Arbeit des Landesvorstands ist von
gegenseitiger Rücksichtnahme auf die Fähigkeiten und Ressourcen der
Landesvorstandsmitglieder geprägt. Um eine zielführende, vorbildliche und
transparente Arbeitsweise weiter zu gewährleisten, schafft der Landesvorstand
auf einer internen Klausur ein vertrauensbildendes Umfeld für die weitere
Arbeit. Der Landesvorstand sucht den regelmäßigen Austausch mit den
Unterbezirksvorständen, den Landeskoordinationen von JHGn und JSAG und der Anti-
Diskriminierungs-Kommission.
Die folgenden Projekte und Arbeitsschwerpunkte bilden dafür den Rahmen unserer
Verbandsarbeit:
Kampagnen sind ein zentrales Instrument unserer politischen Arbeit. Mit ihnen
wollen wir politische Themen setzen, Menschen ansprechen und unsere
strategischen Ziele praktisch umsetzen.
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Kampagne Morgen gehört uns, unter der wir
junge Menschen in Sachsen ansprechen und mit ihnen über ihre Lebensrealitäten
ins Gespräch kommen wollen. Die Kampagne soll politische Themen sichtbar machen
und gleichzeitig dazu beitragen, neue Menschen für politische Arbeit zu
gewinnen.
Ein zentraler Bestandteil ist eine Sommer-vor-Ort-Kampagne, mit der wir im
ganzen Land präsent sein wollen. In einem Zeitraum von mehreren Wochen wollen
wir gemeinsam mit den Strukturen vor Ort Aktionen in möglichst allen
Unterbezirken durchführen. Ziel ist es, neue Kontakte zu knüpfen, Menschen für
politische Arbeit zu gewinnen und unsere Strukturen vor Ort zu stärken.
Die konkrete Ausgestaltung der Kampagne wird im Verband entwickelt. Entscheidend
ist für uns, dass Kampagnen Gespräche mit jungen Menschen ermöglichen,
politische Themen sichtbar machen und dazu beitragen, unser Netzwerk im ganzen
Land auszubauen.
Die Erfahrungen aus dieser Kampagnenarbeit sollen genutzt werden, um auch in
Zukunft Kampagnen zu entwickeln, die unsere strategischen Ziele unterstützen und
unsere politische Arbeit bündeln.
Neben dieser langfristigen Kampagnenarbeit beteiligen wir uns auch an
politischen Kampagnen und Aktionen zu zentralen politischen Anlässen im
Jahresverlauf. Dazu gehören insbesondere Aktionen rund um den 1. Mai, den
feministischen Kampftag, im Rahmen des CSDs, sowie Aktionen zum Black History
Month und zum Ausbildungsstart. Mit solchen Kampagnen wollen wir unsere
politischen Positionen sichtbar machen, gesellschaftliche Debatten aufgreifen
und gemeinsam mit Bündnispartner*innen Präsenz auf der Straße zeigen.
Ein handlungsfähiger Verband lebt von aktiven Mitgliedern, politischer
Diskussion und gemeinsamen politischen Erfahrungen.
Ein wichtiger Bestandteil davon ist eine bewusste Mitgliederarbeit. Neue
Mitglieder sollen möglichst früh in die politische Arbeit eingebunden werden und
Gelegenheit bekommen, andere Genoss*innen kennenzulernen und sich im Verband zu
orientieren. Formate wie Neumitgliedertage sollen dabei helfen, den Einstieg in
den Verband zu erleichtern und neue Kontakte zu schaffen.
Im Januar 2026 haben wir erstmals eine Aktivenkonferenz in Dresden veranstaltet
mit dem Fokus auf Skills und einem Ausblick auf die Projekte in diesem Jahr. An
diesem Konzept wollen wir auch für die kommenden Jahre festhalten.
Ein wichtiger Teil unserer Verbandsarbeit sind auch die Unterbezirke im
ländlichen Raum. Viele unserer Strukturen arbeiten unter schwierigen
Bedingungen: große Entfernungen, begrenzte Ressourcen und wenige Aktive
erschweren kontinuierliche politische Arbeit. Gleichzeitig leisten Genoss*innen
vor Ort oft unter großem persönlichem Einsatz politische Arbeit gegen rechte
Hegemonie und gesellschaftliche Resignation.
Wir wollen diese Arbeit stärker unterstützen und den Austausch im ganzen Land
intensivieren. Gerade in ländlichen Regionen erreichen wir junge Menschen bisher
zu selten, obwohl dort politische Auseinandersetzungen besonders zugespitzt
geführt werden. Unser Anspruch ist es deshalb, die Zusammenarbeit im Verband zu
stärken, Strukturen vor Ort zu unterstützen und jungen Menschen auch außerhalb
der Städte eine starke jungsozialistische Stimme zu geben.
Außerdem werden wir unsere Genoss*innen, die auf kommunaler Ebene in Mandat und
Verantwortung sind, verstärkt vernetzen. Auf diese Weise wollen wir
Synergieeffekte ermöglichen und in der Breite des Verbandes eine gute
Ausgangslage für die Kommunalwahlen in 2029 schaffen. Ausgangspunkt wird der
Aktionstag: Kommunales sein.
Politische Bildung ist eine zentrale Grundlage für einen handlungsfähigen
Verband. Um politische Entwicklungen einordnen, Strategien entwickeln und
Verantwortung übernehmen zu können, braucht es Räume für Diskussion, Analyse und
gemeinsames Lernen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Grundlagenbildung.
Ohne stabiles Fundament wackelt jedes Haus.
In den kommenden Jahren wollen wir regelmäßig Formate organisieren, die die
politische Bildung und den Austausch im Verband stärken. Dazu gehören
insbesondere unsere thematischen Kongresse und Verbandswochenenden, aber auch
Aktionstage und Online-Veranstaltungen.
Solche Formate sind immer auch eine wichtige Gelegenheit, Genoss*innen aus
verschiedenen Teilen Sachsens miteinander zu vernetzen und neue Aktive in die
Arbeit des Verbandes einzubinden. Außerdem wollen wir unsere politischen
Kampagnen durch Artikel und Beiträge in die Mitgliedschaft flankieren.
Als Teil unserer Bildungsarbeit wollen wir Angebote für internationalen
Austausch sowie Gedenkstättenfahrten organisieren.
Um unsere politischen Themen sichtbar zu machen und Debatten mitzugestalten,
wollen wir unsere Öffentlichkeitsarbeit weiterentwickeln. Eine klare und
verständliche Kommunikation unserer politischen Positionen ist eine wichtige
Voraussetzung, um junge Menschen zu erreichen und unsere politischen Anliegen in
Partei und Gesellschaft einzubringen.
Dabei spielen insbesondere digitale Kommunikationskanäle eine wichtige Rolle.
Social Media bietet uns die Möglichkeit, politische Inhalte niedrigschwellig zu
vermitteln, aktuelle Debatten aufzugreifen und unsere politische Arbeit sichtbar
zu machen. Gleichzeitig bleibt die klassische Pressearbeit für uns ein wichtiges
Instrument, um unsere Positionen in öffentliche Diskussionen einzubringen.
Unser Ziel ist es, unsere Kampagnen und politischen Themen stärker sichtbar zu
machen und den Verband als politische Stimme junger Menschen in Sachsen zu
positionieren.
Ein solidarischer Verband braucht Strukturen, die Diskriminierung ernst nehmen
und Betroffene unterstützen. Awarenessarbeit ist deshalb ein wichtiger
Bestandteil unserer Verbandskultur. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben
jedoch gezeigt, dass unsere bisherigen Strukturen weiterentwickelt werden
müssen, damit sie den Anforderungen eines wachsenden und vielfältigen Verbandes
gerecht werden.Deshalb wollen wir unser Awarenesskonzept überarbeiten und
weiterentwickeln.
Die landesweite FINTA*-Vernetzung bauen wir aus.
Bündnis- und Netzwerkpartner*innen
Wir sind kritisch-solidarisch mit der SPD Sachsen. Unser Ziel ist eine
Sozialdemokratie, die auch wieder, abseits des Landtags, aus der Gesellschaft
heraus wirkt. Eine Mitgliederpartei, die organisiert, mobilisiert und
Veränderungen durchsetzt. Die SPD muss wieder eine Partei der Arbeit sein, die
konsequent die Interessen der Vielen gegen die Macht der Wenigen stellt.
In den vergangenen Jahren hat die SPD durch das Mittragen neoliberaler Politik
und sozialer Einschnitte Vertrauen verloren. Auch das wiederholte Mittragen
migrationspolitischer Verschärfungen hat dazu beigetragen, dass rechte Narrative
gestärkt statt zurückgedrängt wurden. Diese Entwicklung widerspricht unserem
Anspruch an eine solidarische und internationalistische Sozialdemokratie.
Gleichzeitig ist für uns klar: Die SPD bleibt ein zentraler Ort politischer
Auseinandersetzung und Veränderung. Eine starke gesellschaftliche Linke wird es
nur mit einer erneuerten Sozialdemokratie geben. Deshalb verstehen wir unsere
Rolle nicht als bloße Kritik, sondern als organisierter Druck für einen klaren
linken Kurs.
Das bedeutet konkret: Wir kämpfen für eine SPD, die Umverteilung konsequent
durchsetzt, öffentliche Daseinsvorsorge stärkt, soziale Sicherheit garantiert
und sich klar gegen jede Form von Spaltung und Diskriminierung stellt. Eine SPD,
die sich nicht an vermeintlichen Mehrheiten orientiert, sondern selbst
gesellschaftliche Mehrheiten für progressive Politik organisiert.
Regierungsbeteiligung darf für uns kein Selbstzweck sein. Sozialdemokratische
Politik muss sich an ihren eigenen Ansprüchen messen lassen und darf nicht
hinter grundlegende Prinzipien von sozialer Gerechtigkeit, Antifaschismus und
Internationalismus zurückfallen. Kompromisse gehören zur Regierung, aber sie
dürfen niemals zur Aufgabe politischer Grundwerte führen.
Der anstehende Grundsatzprogrammprozess der SPD ist dabei eine entscheidende
Chance. Wir werden ihn nutzen, um unsere Perspektiven einzubringen und für eine
klare inhaltliche Neuausrichtung zu streiten. Für uns ist klar: Eine
glaubwürdige Sozialdemokratie entsteht nur dann, wenn sie wieder erkennbar für
die Interessen der Vielen eintritt und den Mut hat, gesellschaftliche Konflikte
zu benennen und politisch zu führen.
Als einer von 20 Landesverbänden und Bezirken der Jusos bringen wir uns auf der
Bundesebene unseres Verbandes ein. Das geschieht auf dem Bundeskongress. Unsere
Delegation sucht den Austausch mit Interessierten innerhalb unseres
Landesverbandes. Genauso bringen wir uns als Jusos Sachsen aktiv in die
inhaltliche Arbeit zwischen den Bukos auf Bundesebene ein. Besonders intensiv
arbeiten wir mit unseren Genoss*innen aus den Ostverbänden zusammen.
Die Arbeit in Bündnissen sehen wir Jusos als Teil unserer Doppelstrategie an.
Wir setzen nicht nur auf eine inhaltliche Veränderung der SPD, sondern sehen uns
auch als Teil einer aktiven und linken Zivilgesellschaft. Gerade in Sachsen ist
diese Vernetzung umso wichtiger, denn viele Projekte und Initiativen werden von
konservativer und rechter Seite immer wieder in ihrem Fortbestand bedroht und
ihre Arbeit erschwert.
Wir tragen Forderungen und Positionen von linken Initiativen, Bündnissen und
Verbänden, in denen sich junge Menschen mit linken und progressiven
Einstellungen organisieren, gezielt in die SPD hinein.
Dafür intensivieren wir unsere Bündnisarbeit mit der DGB-Jugend, der Grünen
Jugend, der Linksjugend sowie SJ - Die Falken, Fridays for Future und anderen
zivilgesellschaftlichen Zusammenschlüssen, die unsere Werte vertreten.
Als antifaschistischer Verband engagieren wir uns zudem in antifaschistischen
Bündnissen und Netzwerken.
Wir ermutigen unsere eigenen Mitglieder durch wiederkehrende Bildungsarbeit zu
einem Engagement im Kontext unserer Bündnisarbeit.
